Gundelfingen Wohnungsbau
Bauen im Bestand in Gundelfingen – Umbau und
Erweiterung in der Talstraße
Das Projekt in der Talstraße in Gundelfingen bei Freiburg steht exemplarisch für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema Bauen im Bestand. Im Mittelpunkt steht die Transformation eines gewachsenen Ensembles aus Bestandshaus und Scheune zu einem zeitgemäßen Wohnensemble, das historische Substanz, räumliche Qualität und moderne Wohnbedürfnisse in Einklang bringt. Statt Abriss und Neubau setzt das Konzept auf Weiterbauen, Umnutzen und Ergänzen – und damit auf einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit dem vorhandenen Gebäudebestand.
Gundelfingen im Breisgau ist geprägt von einer kleinteiligen, gewachsenen Struktur aus Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden und nachträglichen Ergänzungen. Genau in diesem Kontext entfaltet das Projekt seine städtebauliche Qualität: Das Ensemble an der Talstraße wird nicht als isoliertes Objekt verstanden, sondern als Teil des Ortsgefüges, das weitergedacht und präzise ergänzt wird. Ziel ist eine architektonische Lösung, die den Charakter des Ortes bewahrt und gleichzeitig neue, zeitgemäße Wohnräume schafft.
Zeitgemäße Wohnarchitektur durch Weiterbauen am Bestehenden im Breisgau
Umbau, Erweiterung und Neuinterpretation der bestehenden Struktur
Kern des Projekts ist der Umbau eines bestehenden Wohnhauses sowie die Umnutzung und Erweiterung einer ehemaligen Scheune. Die vorhandenen Baukörper bilden dabei die Grundlage für eine neue räumliche Organisation. Bestehende Strukturen werden erhalten, wo sie tragfähig und identitätsstiftend sind, und gezielt ergänzt, wo neue Anforderungen an Wohnen, Belichtung und Erschließung entstehen.
Die Scheune wird nicht nur als Hülle verstanden, sondern als räumliche Ressource. Durch gezielte Eingriffe, neue Öffnungen und eine klare innere Struktur entsteht ein zeitgemäßer Wohnraum, der den ursprünglichen Charakter des Gebäudes weiterhin ablesbar lässt. Das Zusammenspiel von alten und neuen Bauteilen erzeugt eine besondere Atmosphäre, in der Geschichte und Gegenwart miteinander verschränkt sind. Auch das bestehende Wohnhaus wird weiterentwickelt und an heutige Wohnbedürfnisse angepasst, ohne seine Identität zu verlieren.
So entsteht ein Ensemble aus zwei Wohneinheiten, die sich um einen gemeinsamen Innenhof und differenzierte Außenräume gruppieren. Diese Konstellation schafft sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch gemeinschaftlich nutzbare Bereiche und stärkt die räumliche Qualität des Grundstücks in der Talstraße.
Erdgeschoss
Untergeschoss
Dachgeschoss
Architektur und Raumkonzept: Weiterbauen mit Respekt vor dem Bestand
Architektonisch lebt das Projekt vom Spannungsfeld zwischen vorhandener Substanz und neuen Eingriffen. Bestehende Wände, Decken und Dachformen werden dort erhalten, wo sie den Charakter des Ortes tragen. Neue Bauteile, Öffnungen und Ergänzungen sind klar als zeitgenössische Eingriffe lesbar, ordnen sich jedoch dem Gesamtbild unter und stärken die Ensemblewirkung.
Im Inneren entstehen differenzierte Raumfolgen mit großzügigen Wohn- und Essbereichen, ruhigeren Rückzugsräumen und funktional klar organisierten Nebenräumen. Lufträume, Galerien und gezielte Blickbeziehungen sorgen für Großzügigkeit und eine gute Tageslichtversorgung – ein zentrales Thema insbesondere bei der Umnutzung der Scheune. Oberlichter und neue Öffnungen bringen Licht in die Tiefe der Gebäude und schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität.
Der Innenhof fungiert als räumliches Zentrum und verbindet die beiden Wohneinheiten miteinander. Er erweitert die Wohnräume ins Freie, schafft geschützte Außenbereiche und stärkt den Bezug zwischen Innen- und Außenraum – ein wichtiger Aspekt für zeitgemäßes Wohnen im Bestand in Gundelfingen und der Region Freiburg.
SChnitt B-B
Schnitt C-C
1.
Skizze Luftbild aus Richtung Straße
2.
Skizze Luftbild aus Richtung Fluss
3.
Skizze aus Richtung Fluss
4.
Skizze aus Richtung Fluss
5.
Skizze aus Richtung Straße
6.
Skizze aus Richtung Straße
Nachhaltigkeit durch Bauen im Bestand
Ein zentrales Thema des Projekts ist die Nachhaltigkeit durch Weiterverwendung bestehender Bausubstanz. Der Erhalt und die Umnutzung von Bestandshaus und Scheune reduzieren den Einsatz neuer Ressourcen und bewahren graue Energie. Gleichzeitig werden die Gebäude konstruktiv und energetisch ertüchtigt, um heutigen Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und Dauerhaftigkeit gerecht zu werden.
Wo neue Bauteile ergänzt werden, kommen langlebige und robuste Materialien zum Einsatz, die sich in das bestehende Gefüge einfügen und zugleich eine zeitgemäße Architektursprache sprechen. Die Kombination aus Bestand, Umbau und Erweiterung steht damit exemplarisch für eine nachhaltige Bauweise, die nicht auf maximalen Flächenverbrauch, sondern auf intelligente Transformation setzt.
Bauen im Bestand im Breisgau – ein Modell für zukunftsfähiges Wohnen
Das Projekt in der Talstraße in Gundelfingen zeigt, welches Potenzial in der Weiterentwicklung bestehender Gebäude steckt. Der Umbau und die Erweiterung der Scheune sowie der Umbau des Bestandshauses schaffen neuen Wohnraum, ohne den Charakter des Ortes zu verlieren. Statt eines radikalen Neuanfangs entsteht eine präzise architektonische Weiterentwicklung, die Geschichte, Nutzung und Zukunft miteinander verbindet.
Im Kontext von Gundelfingen, dem Raum Freiburg und dem Breisgau steht das Projekt beispielhaft für eine Haltung, die Bauen im Bestand, Nachverdichtung und qualitätsvolle Wohnarchitektur zusammendenkt. So entsteht ein Wohnensemble, dass sich selbstverständlich in den Ort einfügt und gleichzeitig zeigt, wie aus vorhandener Substanz zeitgemäße Architektur mit hoher räumlicher Qualität entstehen kann.
Projektdetails
Bauherr // Privat
Typologie // Wohnen
Standort // Talstraße, Gundelfingen
Tragwerksplanung // TRAGFORM Ingenieure GmbH, Stuttgart
Leistungsphase 1-4