Ladenburg
3-Fach Sporthalle
Lageplan
Dreifachsporthalle am Römerstadion – Nachhaltige Architektur für Sport und Öffentlichkeit
Mit dem Entwurf der Dreifachsporthalle am Römerstadion entsteht ein zukunftsfähiger Baustein für den Sport- und Freizeitstandort und ein identitätsstiftender Ort für Training, Wettkampf und gemeinschaftliche Nutzung. Die neue Sporthalle fügt sich in die bestehende Struktur der verschiedenen Sportnutzungen ein und stärkt den Standort durch eine klare städtebauliche Setzung, eine nachhaltige Bauweise und eine flexible, multifunktionale Nutzungskonzeption.
Der kompakte Baukörper ist in Nord-Süd-Richtung orientiert und nimmt die vorhandenen Wegeachsen des Römerstadions auf. Durch die präzise Positionierung und die Ausformulierung der Eingangssituationen verbindet das Gebäude die öffentlichen und zugangskontrollierten Bereiche des Geländes zu einem schlüssigen Gesamtensemble. So entstehen unterschiedlich proportionierte Außenräume mit hoher Aufenthaltsqualität, die den Ort nicht nur funktional, sondern auch räumlich aufwerten.
Städtebauliche Einbindung und Lage am Römerstadion
Die neue Dreifachsporthalle ordnet sich in die bestehende Sportlandschaft ein und fungiert als verbindendes Element zwischen den unterschiedlichen Nutzungen des Areals. Die städtebauliche Setzung stärkt die Orientierung auf dem Gelände und schafft klare Adressen für Besucherinnen, Sportlerinnen und Mitarbeitende.
Durch die Ausbildung großzügiger Vorplätze und klar definierter Eingangsbereiche werden die bestehenden Wegebeziehungen aufgenommen und weitergeführt. Das Gebäude wirkt nicht als Solitär, sondern als Teil eines zusammenhängenden Sportcampus, der sowohl dem organisierten Sport als auch der Öffentlichkeit dient. Die unterschiedlichen Außenräume – vom offenen Ankunftsbereich bis zum geschützten Sportlerhof – tragen zur funktionalen und atmosphärischen Gliederung des Areals bei.
1.
Ausgangssituation
// Halle im Römerstation
2.
Nord-Südausrichtung der 3-Feld-Sporthalle
// Berücksichtigung solarer Eintrag // Abrücken zum Bestand
3.
Zonierung // Verwebung der Eingänge Süd und Nord
// Bindeglied zwischen den öffentlichen und kontrollierten Bereichen
4.
Adressbildung // Präsenz im öffentlichen und
kontrollierten Raum // Einbindung im Wegesystem
5.
Blickbeziehungen // visuelle Kommunikation //
Haupteingang - Parken im Norden // Einleiten - Ankommen
6.
Blickbeziehungen // visuelle Kommunikation mit
Römerstadion // Kommunikation im Raum
Dreifachsporthalle am Römerstadion
Leitidee und architektonische Konzeption
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht die flexible und anpassungsfähige Mehrfachnutzung der Sporthalle. Ziel ist es, ein Gebäude zu schaffen, das langfristig genutzt werden kann und auf sich wandelnde Anforderungen im Schul-, Vereins- und Breitensport reagieren kann. Die Architektur ist bewusst zeitlos und zurückhaltend gestaltet und entwickelt gleichzeitig eine klare, identitätsstiftende Präsenz.
Prägendes Element ist das auf der Westseite auskragende, schwungvolle Vordach, das die Dynamik und den sportlichen Charakter der Nutzung nach außen sichtbar macht. Dem gegenüber steht der ruhige, funktional geprägte Hallenkörper. Im Zusammenspiel dieser beiden Elemente entsteht ein markanter Baukörper mit hohem Wiedererkennungswert.
Die Fassadengestaltung greift das Thema des Holzbaus auf und transportiert den Gedanken der Nutzung von nachwachsenden, schadstoffarmen Materialien sichtbar nach außen. Eine umlaufende, leicht geneigte Lamellenstruktur orientiert sich in ihrer Ausrichtung an den dahinterliegenden Räumen und übernimmt zugleich funktionale Aufgaben wie Sonnenschutz und Filterung von Tageslicht.
Erschließung und funktionale Organisation
Der Haupteingang ist bereits vom Parkplatz im Nordwesten klar erkennbar und bildet eine eindeutige Adresse. Ein großzügig gestalteter Vorplatz vor dem Foyer ermöglicht ein sicheres und entspanntes Ankommen und schafft eine hohe Aufenthaltsqualität im Außenraum. Auf der Südseite entsteht ein geschützter Bereich für Sportler*innen zwischen Beachvolleyballfeldern, überdachtem Boulderbereich und den Funktionsräumen der Halle.
Im Inneren folgt die Erschließung einem barrierefreien, inklusiven und übersichtlichen Konzept. Kurze Wege führen direkt in die Halle oder in die Umkleidespange im Obergeschoss. Um Überschneidungen der unterschiedlichen Nutzergruppen zu vermeiden, sind die Funktionsbereiche klar voneinander getrennt. Die zentrale Haupterschließung verknüpft die zweigeschossige Erschließungs- und Umkleidespange und ermöglicht durch direkte Sichtbeziehungen zwischen den Geschossen eine intuitive Orientierung.
Nachhaltigkeit und energetisches Konzept
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Entwurfs – von der Positionierung des Gebäudes über die Materialwahl bis hin zur technischen Ausstattung. Der bewusste Einsatz lokaler und nachwachsender Ressourcen sowie die Kombination passiver und aktiver Maßnahmen ermöglichen eine energieeffiziente und klimafreundliche Nutzung der Sporthalle.
Eine sommerliche Nachtauskühlung durch Querlüftung sorgt für angenehme Temperaturen in der Halle und den Erschließungsbereichen. Ergänzt wird dies durch eine kontrollierte mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Kühloption. Unterschiedliche Lüftungseinheiten für Halle, Umkleiden und Sanitärbereiche gewährleisten eine bedarfsgerechte Regelung des Raumklimas.
Das auskragende Vordach auf der West- und Südseite dient als baulicher Sonnenschutz und reduziert direkte solare Einträge. Nicht genutzte Dachflächen werden intensiv begrünt, verbessern die Dämmwirkung und schaffen ein angenehmes Mikroklima. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum ökologischen Ausgleich und bieten Lebensraum für Insekten.
Die Dachfläche der Umkleidespange eignet sich für eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung. Ergänzend wird auf eine konsequente Nutzung von Tageslicht sowie auf energieeffiziente Beleuchtung mit Steuerungssystemen gesetzt. Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und für die Bewässerung der Grünflächen sowie als Brauchwasser genutzt.
Brandschutz und Sicherheit
Das Gebäude ist als ein Brandabschnitt konzipiert. Durch die Einbindung in das Geländeprofil kann das Erdgeschoss über mehrere Rettungswege ebenerdig direkt ins Freie entflüchtet werden. Die offenen Treppen zwischen Erd- und Obergeschoss unterstützen eine klare Orientierung. Ergänzt wird das Konzept durch eine Brandmeldeanlage sowie die Ausführung von Tragwerk und Decken in F90.
Erdgeschoss
Obergeschoss
Querschnitt
Längsschnitt
Funktionsdiagramm
Zukunftsfähige Sportarchitektur am Römerstadion
Mit der neuen Dreifachsporthalle am Römerstadion entsteht ein nachhaltiges, flexibles und identitätsstiftendes Gebäude, das den Sportstandort langfristig stärkt. Die Verbindung aus Holzbau, klarer Organisation, hoher Aufenthaltsqualität und energieeffizientem Konzept macht die Sporthalle zu einem zukunftsweisenden Baustein für Sport, Schule und Öffentlichkeit.
1.
Baulicher Sonnenschutz // Süden
3 - Feld -Sporthalle
2.
Konstantlicht // Osten - Norden
3 - Feld -Sporthalle
3.
Sichtschutz // Westen
1. OG - Umkleidespange
1.
Schichtenweise geleimte Holzelemente
// Platten und Träger // optimale Querschnittsausnutzung
2.
Untersicht Holzelement // Akustisch wirksam
// Länge 31,50m // Breite 2,50m // Höhe 1,00m
3.
Industriell vorgefertigtes Segment // Anlieferung in
üblichen Transportbreiten
// Material - und Kostenoptimierte Lösung
Detailschnitt & Detailansicht
Projektdetails
Bauherr // Stadt Ladenburg
Typologie // Sport & Bewegung
Standort // Ladenburg, Am Römerstadion
Tragwerksplanung // TRAGFORM Ingenieure GmbH, Stuttgart
Brandschutz // Ralf Kludt Sachverständige und Ingenieure, Köngen
Landschaftsarchitekt // HINK Landschaftsarchitekten
2022