Künzelsau
Mobilitätshub
Parkhaus
Parkhaus Künzelsau – Flexibel, nachhaltig und zukunftsorientiert
In zentraler Lage an der Stuttgarter Straße in Künzelsau entsteht das Bild eines Parkhauses, das die städtebauliche Struktur des Quartiers ergänzen könnte. Unter der Leitidee „Entwickelt, um sich zu verändern“ verbindet das Gebäude hohe Flexibilität, multifunktionale Nutzung und eine nachhaltige Ausrichtung. Teilbereiche lassen sich theoretisch auch für Büro-, Wohn- oder Gewerbeflächen nutzen.
Städtebauliche Einbindung
Das Parkhaus nimmt eine prominente Position am Stadteingang ein und kann als Auftakt für ein zusammenhängendes Quartier wirken. Die Vorplatzgestaltung an der südwestlichen Gebäudeseite schafft eine klare Fassung zwischen den benachbarten Nutzungen wie dem Kreishaus Hohenlohe und dem Kaufland. Die Höhenentwicklung vom nördlichen Hochpunkt bis zur südlichen Gebäudespitze sorgt für einen harmonischen Übergang zwischen den benachbarten Strukturen und erzeugt eine klare räumliche Orientierung. Dadurch könnte ein städtebaulich harmonisches Ensemble entstehen, das Orientierung und Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher bietet.
Nutzung und Erschließung
Geplant sind 256 Parkplätze auf fünf Ebenen, inklusive Komfort-Parker, Elektrofahrzeuge, Frauen, Motorrad- und Rollerstellplätze. Die Rampenstruktur folgt einem Splitlevelsystem, um das Geländeprofil optimal zu nutzen und kurze Wege zu gewährleisten. Fußgängerinnen und Fußgänger können über farblich hervorgehobene Leitsysteme sicher zu Aufzügen und Treppenhäusern gelangen. Barrierefreie Zugänge unterstützen eine komfortable Nutzung für alle Besuchergruppen.
Lageplan
Verkehr // Organisation // Konzept
Nutzerorganisation // Konzept
1.
Planungsgebiet //
Ausgangssituation
2.
Definition und Adressbildung des Eingangsbereiches in
Richtung Kreishaus BA1 // „Neues Viertel“ und eine dadurch stärker entsehende Visibilität des Kreishauses aus Richtung der Stuttgarter Straße
// Ausformulierung der Vorzonen in Verbindung der Sichtachsen
3.
Aufnahme der Dachlandschaft des Kreishauses und Bindeglied
zwischen des Kreishauses und der nördlich der Stuttgarter Straße liegenden Dachstruktur. Ausbildung einer 5. Fassade
// Von kleiner (nördlich) nach großer Dachfaltung
4.
Neben der inneren Grundrissstruktur, schafft ein Split-Level eine ebenerdige Erschließung aus nördlich und südlicher Richtung. Spätere Umnutzungen z.B. Gastronomie oder Geweberbe, des nördlichen Bereiches der Ebene 0B, können somit ebenerdig erschlossen werden // Nachhaltig in der Nutzung und Umnutzung
5.
Trennung zwischen Personen -und PKW - Verkehr in den stärker
ausgelasteten Bereichen. Die an der westlichen Fassade liegenden
Haupterschließungsachse für Personen und durch parkende PKW´s klar getrennt. Zudem schafft die direkt an der Fassade liegende Erschließungsachse eine bessere Behaglichkeit der Nutzer, durch eine bessere Visibilität auch nach Außen (ebenfalls mit kunstlicht ohne Tageslicht), Tageslichteinfall ohne Dunkelzonen und direkten Bezug zu den Grünbereichen //
Leitsystem und Orientierung
6.
Die südlich ausgerichteten Dachflächen erhalten
Photovoltaikflächen. Die Dachflächen erhalten eine extensive Dachbegrünung. Das anfallende Regenwasser wird in Zisternen aufgefangen und für die Tröpfchenbewässerung der Grünbereiche genutzt. Die WC Bereiche sind ebenfalls an das System angeschlossen. // Nachhaltigkeit I
7.
Das Parkhaus ist als offenes Parkhaus konzipiert.
Die Konstruktion und Materialien sind so gewählt,dass die Materialitäten durch eine verbundfreie Konstruktion (Stahltragwerk, Recyclingbeton) dem Kreislauf wieder zugeführt werden können, bzw. aus regenerativen Materialen bestehen (Holzfassade) // Nachhaltigkeit II
8.
Der nördliche Bereich des Gebäudes, kann ohne funktionale Beinträchtigung des Parkhauses eine seperate Nutzung erhalten. Im Bereich 1A können 400m² pro Etage, einer anderen Nutzung zugeführt werden. Wird der Bereich um 1.B erweitert sind es 600m² pro Etage // Umnutzung
perspektivische darstellung // Aus Richtung Stuttgarter Straße
Längsschnitt
Architektur und Fassadengestaltung
Die Architektur des Parkhauses ist durch eine dynamische Höhenentwicklung und multifunktionale Dachlandschaft gekennzeichnet. Die Dachflächen bieten Möglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen und extensive Begrünung, um den Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu unterstützen und Lebensraum für Insekten und Bienen zu schaffen.
Die Fassade kombiniert einen Sockel aus Metallpaneelen mit vertikalen Holzlamellen in den oberen Ebenen. Geschlossene und offene Abschnitte können für natürliche Belüftung und Tageslicht sorgen. Rankpflanzen lassen sich punktuell integrieren, um Pflegeaufwand zu minimieren. Regenwasser lässt sich in Zisternen sammeln und für die Bewässerung oder als Brauchwasser nutzen.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
Das Parkhaus berücksichtigt mögliche zukünftige Änderungen in der Nutzung: Rampen lassen sich rückbauen, Materialien können wiederverwendet werden. Photovoltaik-Anlagen auf den Dachflächen können die Energieversorgung unterstützen, während extensive Dachbegrünung und Regenwassermanagement ökologische Vorteile bringen. Die flexible Bauweise ermöglicht Anpassungen an veränderte Anforderungen, ohne dass größere Eingriffe notwendig sind.
Erdgeschoss
Regelgeschoss
Tragwerks- und Materialauswahl
Die Konstruktionsweise ist auf robuste, flexible Nutzung ausgelegt. Vertikale Lasten werden über Stützen und Decken abgetragen, horizontale Lasten über Erschließungskerne. Die Gründung kann an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sein, unter Einsatz von Recyclingbeton und CO₂-reduzierten Zementen. Industriell vorgefertigte Bauteile erhöhen Qualität und Nachhaltigkeit. Jede Ebene ist hoch genug, um eine spätere Umgestaltung zu Büro- oder Wohnflächen zu ermöglichen.
Tragwerk
Detailansicht
Umnutzung
Resümee
Das Parkhaus Künzelsau verbindet städtebauliche Qualität, multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Es fügt sich harmonisch in das Quartier ein, stärkt die Umgebung von Kreishaus und Kaufland und zeigt, wie städtische Infrastruktur flexibel, ökologisch und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Detailansicht
Projektdetails
Bauherr // Stadt Künzelsau
Typologie // Mobilität & Infrastruktur
Standort // Künzelsau, Bahnhofstraße
Tragwerksplanung // TRAGFORM Ingenieure GmbH, Stuttgart
Brandschutz // Ralf Kludt Sachverständige und Ingenieure, Köngen
2022